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Neues zur Nachhaltigkeit – Es wird konkreter

Heute ist Earth Day, ein internationaler Umweltaktionstag, anlässlich dessen es wieder weltweite Aktionen für eine nachhaltigere Lebensweise gibt. Viele Unternehmen, auch aus der Versicherungswirtschaft, machen bei dieser Initiative mit. So will zum Beispiel FRIDAY als klimaneutraler digitaler Versicherer alle angefallenen CO2-Emissionen seit der Unternehmensgründung und auch für die Zukunft kompensieren. Da der Earth Day 2021 in Deutschland dem Motto „Jeder Bissen zählt“ folgt, hat der digitale Versicherungsmanager CLARK eine repräsentative Studie zum Thema nachhaltige Ernährung durchgeführt. Eine Erkenntnis daraus ist, dass es bei der ressourcenschonenden Ernährung noch Nachholbedarf gibt.

Passend zum Earth Day ist in den vergangenen Tagen noch einiges mehr zum Thema Nachhaltigkeit passiert! Nachdem die Europäische Union (EU) bereits im September 2020 vorgeschlagen hatte, bis 2030 55 % an Emissionen (im Vergleich zu 1990) einzusparen, wurde dieses Ziel nun von Mitgliedsländern und Parlament beschlossen. Bis 2050 soll die EU dann sogar komplett klimaneutral werden.

Kritik kommt trotzdem von den Grünen und Klimaschützern. Zum einen sei zuvor eine Emissionseinsparung von 60 % im Raum gestanden und des Weiteren würde zur Berücksichtigung der CO2-Kompensationen durch Bewaldung ein „Rechentrick“ verwendet, der auf die eingesparten Netto-Emissionen zurückgreift. Passend dazu hat die designierte Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, den Klimaschutz in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfs gerückt. Klimaschutz soll demnach zur politischen Leitlinie werden.

Der EU-Beschluss gilt als wichtige Einigung im Vorfeld zum von US-Präsident Joe Biden initiierten Klimagipfel, an dem eine ganze Bandbreite von Rednern teilnehmen wird – von Angela Merkel und Papst Franziskus über Allianz-Chef Oliver Bäte bis hin zu „Abholzungsweltmeister“ Jair Bolsonaro.

Gestern hat die EU außerdem einen Vorschlag zur Erweiterung der Non-Financial Reporting Directive (NFRD) vorgelegt. Die NFRD bestimmt die Regeln und Pflichten der CSR-Berichterstattung von Unternehmen. Sie soll nun durch die sogenannte Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) erweitert werden, welche weitere Berichterstattungspflichten mit sich bringt. Unter anderem ist von einer Aufstockung der Berichtsinhalte, einer Ausweitung des Kreises der berichtspflichtigen Unternehmen, einer Berichtspflicht im Lagebricht und einer externen Prüfpflicht die Rede. Die neuen Regelungen müssen noch in nationales Recht übersetzt werden. Beobachter gehen davon aus, dass die Neuregelungen zum 01.01.2024 für den Berichtszeitraum 2023 wirksam werden. Künftig wird somit der Nachhaltigkeitsberichterstattung der gleiche Stellenwert eingeräumt wie der finanziellen Berichterstattung und was heute vielfach unter Transparenzsicht noch als „Kür“ angesehen wird, entwickelt sich ungemein schnell zur „Pflicht“.

Zuletzt noch ein Update unmittelbar aus dem Finanzsektor. Auf Initiative des ehemaligen Governors der Bank of England, Mark Carney, der 2015 in seiner berühmten Rede eine stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Versicherungssektor gefordert hat, entstand die Glasgow Financial Alliance for Net Zero (GFANZ). Hierunter verbirgt sich praktisch ein Zusammenschluss von verschiedenen Initiativen, welcher die Mitglieder unterschiedlicher Net Zero Alliances, wie zum Beispiel der Net Zero Asset Managers Initiative, der Net Zero Asset Owner Alliance und der Net Zero Banking Alliance (NZBA) zusammenbringt.

Alle GFANZ-Unterzeichner müssen von der UN-Kampagne Race to Zero akkreditiert sein und sind verpflichtet, wissenschaftlich fundierte Richtlinien zu verwenden, um Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Ferner müssen sie alle Emissionsbereiche abdecken, Zwischenziele für 2030 festlegen sowie sich zu einer transparenten Berichterstattung und Buchführung in Übereinstimmung mit den UN Race to Zero-Kriterien verpflichten. Für Allianz Chef Oliver Bäte bedeutet dies eine Emissionsreduzierung nicht nur bei Investmentaktivitäten, sondern auch in Underwritings. Analog zur Net Zero Banking Initiative zeichnet sich zudem der baldige Start einer UN-gestützten Net Zero Insurance Alliance (NZIA) ab. Die sieben an der Gründung beteiligten Versicherer sind AXA, Allianz, Aviva, Munich Re, SCOR, Swiss Re und Zurich. Auch im Finanzmarkt nimmt das Thema Nachhaltigkeit somit immer mehr an Fahrt auf.