Überschussdeklaration 2016

 

Russel Kemwa  

Russel Kemwa

Auch 2016 startet mit schlechten Nachrichten für die Versicherungsbranche, hier insbesondere im Bereich der Lebensversicherung. Je länger sich die Phase der niedrigen Zinsen hinzieht, umso gravierender offenbaren sich die Folgen für das konventionelle Rentenversicherungsgeschäft. Wieder einmal markiert die Deklaration einen historischen Tiefststand.

Ohnehin fällt auf, dass sich an dieser Stelle der Vorjahrestext kopieren ließe. Nur schell die Zahlen anpassen und fertig. So fällt die laufende Verzinsung bei klassischen Rentenversicherungen von 3,16 % im Vorjahr um 30 Basispunkte auf nunmehr nur noch 2,86 %. Dabei haben 55 (Vorjahr: 50) der 59 betrachteten Anbieter ihre Deklaration abgesenkt. Lediglich vier Unternehmen halten ihre Deklaration konstant (Vorjahr: zehn). Da verwundert es kaum, dass die konventionelle Lebensversicherung mit ihren lebenslangen Garantien, einst der deutschen liebstes Altersvorsorgeprodukt, weiter an Attraktivität verliert.

Immer mehr Gesellschaften raten anstelle der konventionellen klassischen Lebensversicherung mit ihren lebenslangen Garantien zu alternativen Lebensversicherungsformen, welche bei verminderten Garantieansprüchen höhere Renditen in Aussicht stellen. Natürlich profitieren auch die Unternehmen von den abgespeckten Garantien, erleichtern diese doch die Kapitalunterlegung unter Solvency II. In unserer Überschussstudie 2016 haben unsere Analysten mit der neuen Klassik und den Indexpolicen zwei neue Produktarten untersucht und interessante Ergebnisse zu Tage gefördert. Auch die Axa hat mit der Performance Flex ein neues Rentenversicherungsprodukt auf den Markt gebracht. Das Besondere hier: Die Indexbeteiligung erfolgt auch in der Rentenbezugsphase. Wir haben bei Dr. Patrick Dahmen, im Vorstand der AXA Konzern AG zuständig für das Ressort Vorsorge nachgefragt, wie das Produkt funktioniert.

Mit dem Wandel der Produktpalette muss zwangsläufig auch die Beratung neue Wege beschreiten. Allerdings fehlen in der Altersvorsorge bis heute einheitlich ermittelte Vergleichsgrößen zum Beispiel für Chancen-Risiko-Profile. Das wird nicht mehr lange so sein. Die Produktinformationsstelle Altersvorsorge (PIA) soll im Auftrag des Bundesfinanzministeriums ein Verfahren entwickeln, mit dem geförderte Altersvorsorgeprodukte in ein Chance-Risiko-Profil eingestuft werden. Die Vermutung liegt nahe, dass die Vorgaben zeitnah auch für andere private Altersvorsorgeprodukte zur Anwendung kommen. Welche Herausforderungen sich hieraus für die Anbieter und Vermittler ergeben, hat unser Geschäftsführer Dr. Reiner Will skizziert.

Dass die Zinsmisere auch für Risikoversicherungen Gefahren mit sich bringen kann, steht bisher nicht so sehr im Fokus, obwohl hier ein gewisses Ansteckungsrisiko besteht. Assekurata-Bereichsleiter Lars Heermann erklärt die Zusammenhänge.

Vor dem Hintergrund der weiter sinkenden Deklaration und der schwierigen Kapitalmarktsituation stellt sich die Frage, welche Erwartungen die Lebensversicherer an die Geschäftsentwicklung im kommenden Jahr haben, bei der die Überschussbeteiligung einen wichtigen Wettbewerbsparameter darstellt. Aus diesem Grund haben wir die Lebensversicherer auch in diesem Jahr danach gefragt, welche Wachstumschancen sie im anstehenden Geschäftsjahr sehen.

In den beiden letzten Studien wurden die Gesellschaften zusätzlich um eine Einschätzung der aktuellen Geschäftslage mit Stand Dezember 2015 gefragt. Damit lässt sich ein Abgleich von aktueller Geschäftslage und Geschäftserwartungen durchführen. Insgesamt 45 Gesellschaften (Vorjahr: 50) haben in diesem Jahr hierzu geantwortet.

 

 

Viel Spaß bei der Lektüre Ihr

Russel Kemwa
Pressesprecher
ASSEKURATA
Assekuranz Rating-Agentur GmbH